Acht­sam­keit für Kinder — Kindern das Prinzip Acht­sam­keit spie­le­risch erklären

Achtsamkeit für Kinder
© Yaruta – depositphotos.com
Achtsamkeit für Kinder
© Yaruta – depositphotos.com

Das Prinzip Acht­sam­keit ist nicht nur im Erwach­se­nen­alter ein sehr gutes Werk­zeug zur besseren Bewäl­ti­gung von Stress oder der Linde­rung von psychi­schen Leiden. Kinder können eben­falls sehr von einer acht­samen Lebens­weise profi­tieren. Eine gedul­dige und einfühl­same Einfüh­rung in das Thema ist von großer Bedeu­tung, wenn man Kindern Acht­sam­keit erklären möchte. Welche Bedeu­tung Acht­sam­keit für Kinder haben kann, erfährst du in diesem Artikel.

Sich in die Gedan­ken­welt des Kindes hineinversetzen

„Wie gerne wäre ich wieder ein Kind, dann hätte ich die ganzen Probleme nicht“. Dieser Satz kommt Erwach­senen vermut­lich häufig in den Sinn, wenn sie gerade bis zum Hals in Problemen stecken. Dabei verstehen wir oft nicht, dass die Sorgen und Probleme der Kinder in Ihrer Welt einen ebenso hohen Stel­len­wert haben, wie unsere Probleme in unserer Erwach­se­nen­welt. Sie können also einen ebenso großen Leidens­druck auslösen, wie die Unseren. Daraus resul­tieren oft Ängste, Stress oder sogar Depres­sionen. Die Gedan­ken­welt der Kinder ist schnell­le­biger und ambi­va­lenter als unsere.

Wir sehen, wie das Kind enttäuscht und traurig aus dem Kinder­garten oder aus der Grund­schule kommt. Es wurde viel­leicht von anderen Kindern geär­gert, von Erzie­hern geschimpft, findet keinen Anschluss in der neuen Klasse oder hat eine schlechte Note bekommen. Natür­lich verspüren wir Mitge­fühl. Aber wenn wir das Kind wenige Stunden später herz­haft lachen und spielen sehen, meinen wir, alle Sorgen wären vergessen. Das Resultat: Die Stim­mungs­lage eines Kindes wech­selt einfach häufiger zwischen posi­tivem und nega­tivem Empfinden als bei uns – bedarf aber ebenso viel Aufmerksamkeit.

Was bewirkt mehr Acht­sam­keit für Kinder?

Es geht nicht darum, die nega­tiven Emotionen zu vermeiden. Denn diese sind ebenso wichtig wie die Posi­tiven für eine ganz­heit­liche, gesunde Entwick­lung des Kindes. Denn durch nega­tive Erfah­rungen schätzen wir die posi­tiven mehr Wert. Es geht viel­mehr darum:

  • die Emotionen bewusst wahrzunehmen
  • ihnen Aufmerk­sam­keit zu schenken
  • aus ihnen zu lernen
  • sie zu hinterfragen
  • sie zu akzeptieren

Mehr Acht­sam­keit im Alltag führt zu einer besseren Selbst­wahr­neh­mung und Selbst­re­fle­xion des Kindes. So lernt es behutsam zu verstehen, warum bestimmte äußere Einflüsse bestimmte Emotionen auslösen. Es kann in zukünf­tigen Situa­tionen intuitiv besser reagieren, indem es seine Grenzen besser einschätzt und besser mit Stress­si­tua­tionen umgeht. Eine geringe Stress­to­le­ranz kann nega­tive Auswir­kungen auf die schu­li­schen und später beruf­li­chen Leis­tungen haben. Durch mehr Acht­sam­keit lernt das Kind, nega­tiven Druck früh­zeitig zu erkennen und findet Wege, ihn besser zu kompensieren.

Eine spie­le­ri­sche Erklä­rung von Acht­sam­keit für Kinder

Acht­sam­keit bedeutet aufmerk­sames und unvor­ein­ge­nom­menes Beob­achten. Dieses einfache Prinzip kann man Kindern leicht und spie­le­risch mithilfe von kind­ge­rechten Acht­sam­keits­übungen vermit­teln. Es braucht nicht viel Zeit am Tag. Ein paar wenige Minuten reichen völlig aus. Wichtig ist aber, dass die Tages­zeit passend ausge­wählt wird. Das Kind sollte sich in einer ausge­gli­chenen, ruhigen Stim­mungs­lage befinden und Lust haben zu spielen. Beispiels­weise nach dem Essen.

Ein einfa­ches Beispiel ist eine spie­le­ri­sche Atem­übung. Das Kind kann sich der Mutter oder dem Vater gegen­über­setzen. Der Eltern­teil kann nun auf unter­schied­liche Art und Weise ein- und ausatmen. Zum Beispiel einige Züge tief und langsam, dann kurz und schnell, laut und leise oder auch abwech­seln durch die Nase und den Mund. Das Kind soll das Atem­ver­halten des Eltern­teils nach­ahmen. Zwischen­durch können Pausen gemacht werden, in denen das Kind beschreibt, wie sich die verschie­denen Arten zu atmen ange­fühlt haben.

Das ist eine schöne Übung, um sich für ein paar Minuten auf den gegen­wär­tigen Moment zu konzen­trieren, die Wirkung zu reflek­tieren und als posi­tiver Neben­ef­fekt, die Bindung zwischen Eltern und Kind etwas zu stärken.

Ein Acht­sam­keits­ta­ge­buch für Kinder ist eine weitere gute Möglich­keit, Kindern das Prinzip Acht­sam­keit zu vermit­teln. Ein solches Tage­buch ist so aufge­baut, dass es gezielte Fragen stellt, die das Kind selbst, oder mit der Hilfe der Eltern beant­worten kann. Die kind­ge­recht formu­lierten Fragen helfen dabei, sich auf den heutigen Tag oder den gegen­wär­tigen Moment zu konzen­trieren. Das tägliche Ausfüllen nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Hier auf unserer Seite gibt es einige liebe­voll gestal­tete Acht­sam­keits­ta­ge­bü­cher für Kinder.

Durch tägliche, kleine Übungen oder durch das tägliche Ausfüllen eines Tage­bu­ches, entsteht mit der Zeit eine Routine und es wird schließ­lich zur Gewohn­heit. Dran­bleiben lohnt sich, denn durch eine acht­same Lebens­weise stei­gert sich das Wohl­be­finden und die Lebens­qua­lität erheblich.

Beitrag Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 × 4 =

Unsere Tagebücher

Weitere Kategorien

Neuste Beiträge